The Art of Home Entertainment oder: Kennen Sie Plex?
Ein Thema, was gut zu zur dunklen Jahreszeit paßt – Home Entertainment. Als bekennender Serienjunkie setzt man sich irgendwann damit auseinander wie man seine TV-Serien-Sammlung am besten in digitaler Form archiviert und konsumiert. DVDs und Blu-Rays nehmen irgendwann einfach zu viel Platz weg.
Man hat also seine Lieblingsserien, die Lieblingsserien seiner Liebsten (und vielleicht auch noch die Lieblingsserien seiner Lieblingsspößlinge) nun als Datenwust in den Untiefen seiner Festplattenhalden und möchte sich nun nicht erst durch endlose Verzeichnisstrukturen hangeln, um zum Gesuchten zu kommen.
Wer ein schönes Frontend sucht, der sollte sich mal Plex anschauen. Mit Plex kann man neben seinem digitalem TV-Serien-Archiv auch Filme, Musik, Fotos und die selbstgedrehten Videos verwalten. Normalerweise hat man ja seine Medien einfach auf einer Platte oder einem Plattenstapel (lokal oder als NAS) in irgendwelchen Verzeichnissen liegen und hat neben dem Verzeichnis- oder Dateinamen keine weiteren Informationen.
Plex liefert zu den Folgen der TV-Serien noch weitere Meta-Informationen. So liefert Plex beispielsweise noch Informationen zum Inhalt einer Folge und während man sich die Informationen zu einer Serie oder die Liste der einzelnen Folgen ansieht, wird passenderweise auch gleich die Titelmusik abgespielt, ein Cover und eine Bewertung angezeigt.
Bei Filmen ist es ähnlich. Dort wird kurz die Handlung beschrieben. Die Meta-Informationen zu TV-Serien kommen aus der TV-Datenbank TheTVDB.com. Die Infos zur Serie liegen dort auch z.T. in deutscher Sprache vor. Es ist ein Projekt ähnlich wie die Wikipedia – Nutzer der TheTVDB können die Daten zu den Serien selbst pflegen. Bei Filmen wird die freebase und bei Musik last.fm genutzt.
Alles was man braucht ist ein Plex Client und einen Plex Media Server. Im einfachsten Fall einen PC mit Windows oder Mac, der beides spielt und an dem eine dicke Platte mit den Media-Inhalten dranhängt. Ich habe es seinerzeit zuerst mit meinem MacBook ausprobiert, das ich direkt an den Fernseher angeklemmt hatte. Es gibt jedoch viiiele Möglichkeiten sich ein Setup zu gestalten. So gibt es schon einige NAS-Systeme wie z.B. von Synology oder QNAP, die Plex Media Server spielen können. Es gibt auch eine Linux-Version für den Media-Server.
Als Client kann man dann z.B. ein Apple TV2 nehmen (ca. 110 EUR). Das ist allerdings mit etwas Fummelei verbunden, da man sich root-Zugriff auf das System verschaffen muß, um Software installieren zu können. Dafür gibt es allerdings Tools (wie SeasonPass), die es relativ einfach machen. Aber es ist ein Hack! Darüber muß man sich im klaren sein. Die nächste Stufe wäre ein ultrakompakter Desktop PC wie z.B. Acer Aspire Revo R3700 mit einem Windows drauf (ab 315 EUR). Wer chronisch zuviel Kohle hat, kann sich auch einen Mac Mini (ab 550 EUR) neben den Fernseher stellen.
Es gibt natürlich noch weitere Alternativen. So hat LG seine LG Connected Devices im Programm, die Plex-Unterstützung in ihre 2011’er HD-Fernseher (mit Netcast) schon mit eingebaut haben. LG hat auch eine Box namens LG ST600 Smart TV Upgrader (ca. 85 EUR, siehe Review bei techradar) im Programm, wo es mit drin ist. Die werden wir uns wohl auch nochmal genauer ansehen. Mal sehen, ob andere Hersteller auch Support mit „von Werk“ bzw. nachladbar als „App“ (neuere Fernseher haben ja mittlerweile auch Apps) bereitstellen.
Man kann auf den Plex Media Server auch via iOS- und Android-Geräten zugreifen. So kann man sich z.B. seine Serie bequem mit dem iPad auf dem Sofa mit Kopfhören genießen während die Liebste sich solch ungeheuer anspruchsvolle Sachen „Bauer sucht Frau“ oder „Germany’s Next Top Model“ anschaut oder der Liebste uuunbedingt seine Fußballmannschaft vor der Glotze unterstützen muß. Die Apps sind kostenpflichtig (iOS 3,99 EUR, Android 3,52 EUR). Die iPad-App tat ganz anständig. Und auch die Android App schlägt sich auf dem Tablet wacker. Mehr Infos dazu im Wiki von Plex,
Mit der Plex App unter iOS kann man übrigens auch via AirPlay und Apple TV2 das Video auf den Bildschirm werfen ohne das Apple TV2 hacken zu müssen. Hat allerdings anscheinend den Nachteil, daß man nur die Auflösung des iPads rübergebeamt bekommt, da der Media Server es passend transcoded, damit es auf dem iPad abspielbar ist.
Plex für Windows, MacOS ist sonst übrigens kostenlos.
Plex merkt sich übrigens bis wohin man eine Folge/einen Film gesehen hat, so daß man ihm zu einem späteren Zeitpunkt problemlos an der Stelle weiterschauen kann. Und man sieht, welche Folge man schon komplett gesehen hat. Unheimlich praktisch für Leute, die Serien immer erst gesammelt am Ende einer Staffel verschlingen.
Die App auf dem Apple TV2 paßt sich übrigens sehr unaufdringlich in die restliche Oberfläche ein. Wüßte man es nicht besser, so könnte man annehmen sie käme direkt aus Cupertino.
Mehr Infos findet ihr auf der Homepage von Plex.
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