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Abfilmen von stark spiegelnden Glasoberflächen (z.B. Tablet PCs)

Posted Mai 23, 2011 by blog 7 Comments 4.022 views

Nachdem ich ja gerade ein ganzes Rudel von Honeycomb Tablets hier vor mir liegen habe und diese Biester ja ein richtig schön große spiegelnde Oberfläche mit sich bringen, stellte sich uns die Frage wie wir weder unsere Kamera noch die Umgebung noch den Onkel vor dem Tablet mit ins Bild bringen.

Als ich neulich einfach mal mit einer Kamera (Foto) auf ein Tablet hielt (Bildschirm dunkel) und auslöste, mußte ich amüsiert feststellen, daß die Kamera wunderbar scharf die Details der Rauhfaserstruktur meiner Zimmerdecke einfing. Latent doof…

So fragte ich mich: Wie machen die Profis das eigentlich, wenn sie spiegelnde Gegenstände ordentlich in Szene setzen wollen? Nun, der Trick ist ganz einfach. Sie packen den Gegenstand unter (bzw. vor) einen schwarzen Hintergrund.

Setup #1 – das Gerät liegt auf dem Tisch. Über den Tisch hängt eine schwarze Stoffbahn. Gefilmt wird schräg von oben.

Bei diesem Setup hat man am meisten Bewegungsfreiheit.

Setup #2 – das Gerät steht auf dem Tisch (in diesem Fall in einem passenden Halter). Die Stoffbahn hängt halb runter – quasi halb als Rückwand – als Schutz vor unerwünschten Licht von hinten.

Hierbei muß man nur aufpassen, daß man nicht nach hinten aufspringt und den Aufbau ungewollt umreißt.

Auf der Suche nach einer geeigneten Halterung für einen solchen Hintergrund fand ich trotz Abgrasens entsprechender Anbieter eigentlich immer nur die üblichen Hintergrundhalterungen bestehen aus zwei Stativen, einer Querstange und austauschbaren Hintergründen. Nicht das was ich so brauchte.

Den genialen Einfall zu dieser Lösung hatte Thomas. Thomas ist ja unser Manfrotto-Spezi (und Sammler) – wie man auch in seinem Beitrag zum Überall-Stativ hier bei uns schon sehen konnte. Man nehme zwei Manfrotto MA 35 Super Clamps (gibt ‘s übrigens gerade sehr günstig beim Musikhaus Thomann) schraube sie auf zwei simple Lampenstative, nehme zwei Besenstiele und schon kann man mit passenden Klammern aus dem Baumarkt seine schwarze Stoffbahn als Decken-Hintergrund passend aufspannen. JA WIE GEIL IST DAS DENN? :-)

Das Ergebnis sieht dann z.B. so aus:

Mit diesem Setup können wir dann demnächst auch mal die eine oder andere App etwas genauer vorstellen ohne störende Umwelteinflüsse. :-)

Jetzt wißt ihr auch womit ich meine verregneten Sonntagnachmittage so verbringe… mit Wohnzimmer leerräumen (das Setup braucht Platz – sollte ich bei meiner nächsten Wohnung berücksichtigen), Licht- und Hintergrund-Setups ausprobieren und diverse Kameraeinstellungen versuchen (letztere waren in dem Quickie oben auch noch nicht perfekt).

Viel Spaß beim Nachmachen! Wer Details zu den anderen verwendeten Komponenten wissen möchte, möge einfach in den Kommentaren danach fragen.

Vielleicht auch von Interesse:

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  2. MeeGo for Tablet Demo (Pre-Alpha)
  3. Motorola Teaser für Honeycomb Tablet
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Currently there are "7 comments" on this Article:

  1. DoomDesign sagt:

    Wie wärs denn stattdessen einfach mit einem Polfilter vor der Kameralinse? :)

    • refugee sagt:

      Der Pol-Filter dürfte dem statischen Setup Spiegelungen wegnehmen, ja. Sobald man das Objekt jedoch bewegt (in die Hand nimmt und dreht) darf man beim Pol-Filter vermutlich erstmal wieder nachjustieren.

      Mal schauen, ob ich den Pol-Filter meiner 7D mit Adapter an die SD707 bekomme. Dann könnte man mal sich mal den Unterschied genauer ansehen.

  2. Harald Link sagt:

    Noch zwei Tipps von mir:
    a) manuell scharfstellen (wenn man noch weiß, wie das geht) :-)
    b) immer eine mindestens Faust-große Menge Knete/Fensterkitt im Haus haben – und das Tablet (und vieles andere, was man im Studio fotografieren möchte) steht genau im richtigen Winkel schräg, ohne dass man irgendwelche Halterungen sieht

    • refugee sagt:

      Yep. Automatiken sollte man möglichst alle abschalten. Auch so Features wie automatische Belichtungskorrektur.

      Autofokus brauchst Du allerdings dann, wenn man den Vogel in die Hände nimmt – so man dank passender Beleuchtung nicht auf eine möglichst offene Blende (oder gar elekttonische Verstärkung) angewiesen ist.

  3. ifranz sagt:

    Sehr geiles Setup. Das macht richtig spass und Laune auf mehr Video. Und sorry das ich gestern nicht helfen “konnte” … #insider

  4. Markus sagt:

    Sehr interessantes Setup, das mit dem schwarzen Himmel hab ich mir auch schon so gedacht. Mich würde mal interessieren wie es sich mit anderen neutralen Hintergründen verhält, statt dem schwarzen z.b. ein grauer oder sogar ein weißer Himmel. Vielleicht ist der Kontrast dann nicht ganz so hart.

    Die Qualität haut mich jetzt aber nicht um, ich kenn die SD707 nicht, aber warum filmst du nicht mehr der 7D? Hast du das Video komprimiert? Es sieht alles ein bisschen matschig aus. Hast du automatisch scharf gestellt?

    Das Problem welches ich hatte, als ich ein Android Tablet abgefilmt habe, war das beim direkt scharf stellen auf das Display, das Display anfängt zu flimmern, daher musste ich Manuel etwas unscharf drehen, damit das flimmern weg geht, was sich natürlich etwas negativ auf die Schärfe ausgewirkt hat. In der Nachbearbeitung in After Effects, kann man aber wieder ganz gut nachschärfen. Ich werde morgen ein iPad abfilmen, mal gucken wie es sich da mit dem flimmern verhält, ich denke das ist von Gerät zu Gerät unterschiedlich.

    • refugee sagt:

      Ich filme sowas ganz gerne mit der SD707, da die im Gegensatz zur 7D Autofokus hat. Bei einem starren Setup wie oben ist das zwar egal, aber geplant ist bei künftigen Demonstrationen von Apps oder den Geräten selbst das Ding auch in die Hand zu nehmen und mal zu drehen. Wenn man da auf kleinere Blenden zurückgreift und nicht ständig nachfokussieren will, wird es sehr schnell dunkel oder verrauscht, wenn man den ISO-Wert hochdreht. Allerdings ist das auch nochmal ein Thema für sich da die optimalen Kamera-Einstellungen samt der optimalen Beleuchtung zu finden.

      Bei unseren normalen “Studiosetups” (wo wir z.B. auf der Couch hocken) müssen wir trotz ordentlicher Beleuchtung recht hoch mit den ISO-Werten gehen. Beim Drehen mit der DSLR (und anderen Videokameras) muß man auch auf die Bildwiederholfrequenz achten. Wenn Du eine normale Beleuchtung zur Hilfe nimmst, mußt Du dem Flimmern bedingt durch die 50 Hz in unserem Stromnetz entgegenwirken. Die Empfehlung ist das Doppelte der Netzfrequenz als Einstellung für die Belichtungszeit zu nehmen zu nehmen. Also bei 50 Hz sollte man 1/100 als Belichtungszeit wählen. Macht das Bild dann allerdings auch gleich wieder dunkler.

      Die spannende Frage ist auch welche für eine Bildwiederholfrequenz die Panels der Tablets haben. So ‘n durchschnittliches TFT-Display von einem Monitor hat z.B. 60 Hz. Sowas müßte man eigentlich dann mit 120 Hz abfilmen. In alten Filmen/Reportagen sieht man bei den guten alten Röhren ganz extrem diesen Balken durch ‘s Bild laufen. Das ist das gleiche Problem.

      Ich hatte auch bei obigen Test kurz die 7D am Anschlag und war mit dem Bild nicht zufrieden. Ich vermute, daß es an der Bildwiederholfrequenz des Tablets (vermutlich auch 60 Hz) lag. Ich hatte mich auf die 50 Hz der Beleuchtung gekümmert. Also mit 100 Hz getstet. Da sah nicht so prall aus wie das Bild was aus der SD707 kam.

      Zur Qualität des Videos – zum einen fängt die SD707 bei der von mir verwendeten Beleuchtung auch schon an zu Rauschen, weil sie die ISO hochschraubt. Zum anderen wird das durch die Kompression des Videoformats sicherlich nochmal verstärkt. Und – was der Bildqualität auch abträglich war – ich habe zuviel von der Automatik noch angehabt (automatischer Weißabgleich ist hier sicherlich auch abträglich).

      Wenn Thomas mit einem anderen privaten Projekt fertig ist (was momentan bei ihm viel Zeit bindet), werde ich mit ihm zusammen nochmal an den Feinheiten schrauben und es hier bebloggen oder in unserem Audio-Podcast verwurschten.

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