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Freedom of Choice

Posted Januar 19, 2011 by blog No Comments 707 views

In unserer letzten Show hatte ich eines der grundsätzlichen Probleme von Android ja schon angesprochen. Je nach Modell darf man bei den immer beliebter werdenden Android Smartphones mitunter einige Monate warten bis man in den Genuß einer neue Version des OS kommt.

Diese Verzögerung kommen zum einen dadurch zustande, daß viele Hersteller kein “reines” Android auf ihre Geräte ausrollen, sondern es durch eigene Ergänzungen (eigene Launcher, eigene Apps) veredeln. Die müssen nach jedem Android-Release angepaßt werden, so ein Hersteller das jeweilige Modell noch mit der neuesten Android-Version beglücken will. Dazu kommt oft dann auch noch eine Verzögerung durch den Provider – so er ein Modell mit eigenem Branding/Voodoo versieht. Als Beispiel sie hier das HTC Desire angeführt. Während ich mit meinem direkt bei Amazon gekauften HTC Desire sofort nach Freigabe durch HTC in den Genuß von Froyo (Android 2.2) kam, mußte mein Kollege mit seinem bei O2 gekauften Desire noch einige Wochen länger warten.

Umgehen kann man dieses Problem in dem man ein Gerät ohne Extra-Hersteller-Schnickschnack kauft. Diese sind dann “Powered by Google” wie z.B. das Nexus One oder das Nexus S. Diese kommen als Erste und direkt von Google ihre neuen Versionen. Momentan ist noch Froyo – Android 2.2 – State of the Art. Auch wenn Android 2.3 (Gingerbread) schon verfügbar ist, wird Android 2.2 noch bei aktuellen Android Smartphones vorinstalliert. Eine kleine Statistik zur Verteilung der verschiedenen Android-Versionen direkt von Google.

Aktuell – Stand Anfang Januar 2011 – sieht die Verteilung wie folgt aus:

Auf Android 1.5 laufen 4,7%, auf 1.6 laufen 7,9%, auf  2.1 laufen 35.2%, auf 2.2 laufen 51,8% und auf 2.3 0,4% aller Android Smartphones. Im Vergleich dazu ein Rückblick wie die Verteilung in den Monaten davor war.

Quelle developer.android.com

Android 2.2 wurde übrigens Ende Juni 2010 für das Nexus One freigegeben. Ende Juli 2010 rollte es dann von HTC auf die ungebrandeten HTC Desire Smartphones. Die Kunden von O2 bekamen es dann Anfang September 2010 mit einigen Startproblemen.

Für Android-Smartphone-Besitzer, die keinen Bock darauf haben auf länger auf neue Releases oder neue Features zu warten, sich (nicht mehr) um die Garantie ihres Smartphones scheren und experimentierfreudig sind, gibt es Möglichkeiten ihr Smartphone mit neuen oder verbesserten Versionen auszustatten.

Wichtig! Wer sein Smartphone mit einer Android-Version ausstattet, die nicht vom jeweiligen Hersteller kommt, verliert seinen Garantie-Anspruch. Und er sollte für den Fall, daß etwas bei dem Versuch etwas schief geht und er nach dem Versuch neue Firmware einzuspielen nur noch einen besseren Ziegelstein (zwar nicht genauso schwer, aber genauso nutzlos) in der Hand hält, nicht auf das Gerät angewiesen sein und z.B. noch ein gutes altes Nokia in der Schublade liegen haben.

Inzwischen ist das Installieren einer neuen Firmware-Version schon recht komfortabel geworden. Die Art der Installation unterscheidet sich bei den verschiedenen Herstellern / Modellen, die sich inzwischen da draußen tummeln. Wer sich damit auseinandersetzen will, sollte sich vorher in einem der einschlägigen Foren gründlich informieren.

Meine bevorzugte Informationsquelle ist das englischsprachige xda developers forum, da es eines der größten Foren seiner Art ist. Für Android-Nutzer, die ein deutschsprachiges Forum bevorzugen, empfehle ich einen Blick in das Forum auf android-hilfe.de zu werfen. Dort gibt es für jedes gängige Modell ein eigenes Forum mit Unterkategorien wie z.B. für das Rooten / Einspielen alternativer Firmware (aka Mods).

Die Hersteller sehen das natürlich nicht so gern und versuchen durch Modifikation der Boot-Loader das Einspielen fremder Firmware / inoffizieller und modifizierter Android-Versionen durch immer “bessere” Boot-Loader zu unterbinden. Allerdings finden pfiffige Entwickler dafür früher oder später meist wieder Workarounds – z.B. durch das vorherige Einspielen einer älteren Bootloader-Version.

Ich habe mir den Spaß mal gegönnt, um mir auf dem HTC Desire Android 2.3 mal genauer anzuschauen. Meine Erfahrungen mit einem nackten Android ohne HTC Goodies werde ich nochmal in einem weiteren Blog-Post genauer beschreiben.

Auf jeden Fall kann man diesen Weg nutzen, um Android Smartphones zu einem neueren OS zu verhelfen, wenn z.B. der Hersteller kein Update mehr für ein bestimmtes Modell herausbringen will. Oder man kann sich lustige Erweiterungen und Features zusätzlich einbauen. Sehr beliebt – nicht nur bei PC Moddern – sind die Übertaktung der CPUs, um mehr Speeeed zu bekommen. Man kann sich auch komplett ein eigenes Image zusammenbacken und unnütze Apps gleich von vornherein loszuwerden.

Voraussetzung für das Einspielen einer alternativen Firmware / eine alternative OS-Version ist der Root-Zugriff auf das Gerät. Für die HTCs gibt es dazu z.B. das unrevoked3 recovery reflash tool, um mal eben fix Zugriff zu erlangen. Das gibt es für Windows, Mac OS und Linux. Eine Schritt für Schritt-Anleitung findet ihr auf android-hilfe.de im Forum. Wer auf Nummer Sicher gehen will kann auch ein Backup von seinem alten Setup auf eine SD-Karte machen. So gibt es immer einen Weg zurück.

Mit dem installierten ClockworkMod kann man dann auch bequem Updates und komplette ROMs von der SD-Karte einspielen. Für die sehr beliebten Samsungs gibt es ein entsprechendes Tool namens z4root. Auch dazu findet ihr eine Anleitung z.B. für das Galaxy S auf android-hilfe.de.

Mehr zu meinen Erfahrungen in nächsten Blog-Post von mir in Kürze.

Vielleicht auch von Interesse:

  1. HTC Desire / HTC Legend Sneak Preview
  2. My favorite Android Apps
  3. Alternative Firmware für das HTC Desire – Erfahrungen
  4. iPad 2 – höher, schneller, weiter, aber was ist mit Rehrücken?
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