Frankfurter Buchmesse – von einer eBook Revolution weit entfernt

Frankfurter Buchmesse 2010
Am Wochenende haben Guido und ich die Frankfurter Buchmesse besucht. Die Erwartungen von uns waren hoch, sprach man doch im Vorfeld der Messe allgemein von einer eBook-Revolution. Aber weit entfernt, auf der Buchmesse waren eindeutig “echte” Bücher der Hit … Aber von Anfang an:
Es bewahrheitet sich immer wieder – eine Messe muss geplant sein. Fährt man auf “gut Glück” los und bereitet sich im Vorfeld nicht vor, wird man meistens enttäuscht und weiß nicht so richtig wo man anfangen soll und wo man überhaupt hin will. Des weiteren eine Messe am “Tütentag” zu besuchen ist auch nicht besonders schlau! Freitag Abend hörte man noch im Radio, das die Veranstalter mit dem bis Dato erreichten Besucherzahlen nicht zufrieden waren und weit unter den Prognosen lagen. Das muss man gehört haben, denn am Samstag kriegte man kaum ein Bein auf die Erde. Das Gelände der Frankfurter Messe ist schön, aber die Gänge in den Hallen, wo maximal 3-4 Leute nebeneinander gehen können, sind eindeutig zu klein angelegt gewesen. In Zusammenhang mit dem hohen Besucheraufkommen und den schon erwähnten “Tütenträgern” ist man kurz davor auszurasten oder entnervt nach draussen zu gehen …
Guido und ich waren ziemlich überrascht von all dem und fragten uns nebenbei warum man eigentlich auf eine Buchmesse geht? Erklärt uns jetzt nicht für blöd, aber es geht doch eigentlich “nur” um Bücher, oder? Fast jeder Stand sah aus wie ein überdimensionales Bücherregal, gefüllt halt mit: Büchern! Aber stöbern und anlesen kann man doch besser in einem Buchhandel … Ok, da sind Lesungen, man sieht den einen oder anderen Autor, man bekommt einen guten Überblick über das was Verlage an Werken führen, aber vielleicht sind wir in unserem Geekdenken schon etwas abgestumpft und ziehen bei dem Genre das Internet vor. Etwas überrascht war ich von dem hohen Besucheraufkommen bei der Twitterlesung, damit hatte ich nicht gerechnet!
Und dann gab es ja noch das Thema eBook und eBook-Reader! Unser Highlight (wie wir dachten …)
Verteilt auf die Hallen 3.1 und 4.0 konnten wir einen Blick werfen auf folgende eBook-Reader:
- der OYO, Thalia´s Reader, powered by Medion
- die Geräte von Pocketbook Readers (PocketBook Pro 902, 903, etc.)
- den Trekstor eBook Player
- sowie die gesamte Produktpalette von Hanvon
Vorweg, so richtig überzeugt hat uns keiner der Geräte, was wahrscheinlich daran liegt, das wir jeden Reader automatisch mit dem iPad vergleichen, was natürlich unfair und falsch ist. Das wohl schlechteste Gerät ist der Trekstor eBook Player. Abgesehen vom schlecht gelaunten Standpersonal, dessen einzige Aussage “kostet 99 Euro bei Mediamarkt” war, ist der Player viel zu langsam. In der Zeit wo man virtuell eine Seite umblättert, kann man getrost 2 Seiten in einem “echten” Buch lesen!
Der Thalia OYO ist in dem Bereich schneller, unserer Meinung nach aber zu klein mit seinem 6 Zoll Bildschirm. Lustig fanden wir die Aussage zur Akkulaufzeit: bis zu 8.000 mal blättern …
Überzeugen konnten die Geräte von Hanvon. Angetreten mit ihrer gesamten Produktpalette von Readern, konnte man sich einen sehr guten Überblick verschaffen. Die Hanvon Geräte laufen mit Windows CE als OS. Zwar wird bei den System Requirements Mac mit angegeben, eine richtige Aussage über das Zusammenspiel Hanvon-Mac konnte man mir am Stand aber leider nicht sagen.
Was bleibt von der Frankfurter Buchmesse 2010?
Wie schon erwähnt, gehe nie auf eine Messe ohne sie vorher zu planen und suche Dir einen ruhigen Tag aus. Von einer eBook-Revolution war nichts zu spüren, eher im Gegenteil. Der eBook-Reader Markt ist heiß umkämpft, hat aber wohl gerade erst begonnen. Bis man sich auf Größe, Technik und OS irgendwie “geeinigt” hat, werden Amazon und Apple den Markt beherrschen. Was am Ende bleibt ist das gute alte Buch in seiner reinsten Form: gedruckt.
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Natürlich “gedrucktes Buch” – zum Glück, Es gibt nach wie vor viele, die so was mögen
(und ich habe z.B. noch nie von einem Fotografen gehört, der “nein” sagen würde, wenn man ihm eine Bildbandproduktion statt eines Flickr-Accounts anbietet …)
Einen eReader mit einem iPad vergleichen zu wollen … sorry, das ist daneben. Ich lese auf meinem 6-Zoll-Kindle ein paar hundert Seiten am Stück. Denn genau dafür ist er perfekt gemacht. An einem iPad würden mir vermutlich nach 30 Seiten Text die Augen tränen …
Hi Harald,
ja klar, das iPad und eReader zu vergleichen ist natürlich falsch, ich hatte da ja auch im Text so geschrieben.
Derzeit lese ich viel mit dem iPad, aber ich bin ehrlich, mehr als eine Stunde geht nicht …
LG, Alexx
Hi Alexx, was auch praktisch ist am eReader: Ich komme jetzt endlich mal dazu, abends/unterwegs all die Blogbeiträge zu lesen, die bei mir im Feed-Reader auflaufen. Die Kombination Kindle und Instapaper(.com) ist da echt klasse. Und dazu reichen die 6 Zoll allemal.
Grüße aus Muc
Harald