2. Lumix Festival Hannover
Guido und ich sind zurück vom 2. Lumix Festival für jungen Fotojournalismus. Das Event geht noch bis Sonntag, den 20. Juni, aber so richtig einschätzen können Guido und ich es leider nicht. Per Posterous haben wir ja schon berichtet, hier nun unser Blogpost.
Der erste Eindruck: Verkaufsveranstaltung, der zweite: Hausmesse.
Das Positive zuerst: Als Lumix Fan ist dieses Event natürlich ein Highlight. In 60 Ausstellungen können 1.400 Fotos von jungen Fotojournalisten betrachtet werden (Flickr-Foto-1, Flickr-Foto-2). Dazu gibt es Vorträge von namhaften Fotografen. Und, das ganze kostet nur 7 Euro.
Aber: In der Eingangshalle erwarten Dich erstmal Stände von Manfrotto, Sigma und so weiter, so eine Art Mini-Mini-Photokina. Abgesehen vom Panasonic Lumix Stand, als Festival-Namensgeber eher ein Muss, kommt hier der Eindruck einer Hausmesse auf. Ich würde Guido und mich mal als Lumix-Power-User betrachten, aber richtig neue Infos auch in Bezug auf die Videofunktion bekamen wir nicht (was aber wahrscheinlich immer ein Manko von Messen ist).
Der Eintritt von 7 Euro gilt nicht für die in Summe 8 Fotografen-Vorträge, diese müssen zusätzlich mit 3 Euro pro Vortrag bezahlt werden (ich will jetzt nicht gleich ein #WTF dafür geben, aber verstehen tue ich das nicht). Die 60 Ausstellungen sind auf zig Gebäude des ehemaligen Expo-Gelände verteilt (Flickr-Foto-3). Es kamen Erinnerungen vom Besuch der Expo 2000 in uns hoch, wo man auch nicht wusste wo man eigentlich war und wohin es geht. Auf unserem Rückweg zum Auto haben wir z.B. noch eine Ausstellungshalle entdeckt, die wir vorher gar nicht war genommen hatten. Alles etwas zu verteilt, mit einer zu schlechten Beschilderung.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Gestaltung des ersten Festival Tages. Die eigentliche Eröffnungsveranstaltung war um 15 Uhr. Die ersten Vorträge um 17 Uhr. Geöffnet wurde aber um 10 Uhr. Man weiß doch, das am ersten Tag einer Veranstaltung der Andrang immer sehr hoch ist, auch von Pressevertretern. Warum man dann aber erst 5 Stunden wartet, bis endlich was passiert bleibt mir ein Rätsel. Gerade so kommt der Eindruck einer Verkaufsveranstaltung auf. Ein anderer Ansatz: Guido ist für dieses Event in Summe 750 km gefahren. Die immer in den Abendstunden stattfindenden Vorträge sind für Besucher mit einer so langen Anreise einfach zu spät gelegt. Warum, weshalb? Keine Ahnung.
Highlight: Für mich der Leica Stand mit einem Hands-On der M9 (Flickr-Foto-4). Beim Lumix Stand haben wir uns für 2 Stunden die neue G2 ausgeliehen um sie ausgiebig zu testen (Video kommt in den nächsten Tagen). Das schöne Wetter, einfach perfekt.
Ein versuchtes Fazit: Wer Fotografie liebt und auch sonst gerne Ausstellungen besucht kommt hier voll auf seine Kosten. Für den Preis von 7 Euro für 5 Tage kann man sich sattsehen an den knapp 1.400 Bildern. Aufgrund der vielen verschiedenen Ausstellungsorte ist aber ein Tag zu kurz. Lohnen tut sich hier ein Besuch über mehrere Tage, aber dafür ist der Standort Hannover meiner Meinung nach falsch gewählt. Wer Informationen zu Lumix erhalten will ist fehl am Platz. Alles schon gelesen, alles schon bekannt. Für mich bleibt leider leider der erste Eindruck hängen (beim Betreten der Halle): Verkaufsveranstaltung, Hausmesse.
Eingebettet unsere Bilder. Hier der original Link zu Flickr.
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Moin Franz,
ich kann Deine Kritik nicht nachvollziehen. Auf der Festival-Website sind alle Infos zum Programm, dem Gelände, den Fotografen, zusätzlich Multimedia-Stücke und und und (http://fotofestival-hannover.de/). Außerdem kannst Du Dich doch ab morgens allein durch die Ausstellungen sehen.
Die Hausmesse kann man mögen oder auch nicht, ich sehe aber nicht, warum diese kleine Technikschau schlecht sein sollte. Und warum in aller Welt sollte der Standort Hannover schlecht gewählt sein? Liegt zentral in Deutschland, bestens per Auto, Zug und Flieger erreichbar.
Die Vorträge fanden schon immer abends statt, damit auch berufstätige Menschen eine Chance haben, die Fotografen und ihre Arbeiten zu erleben.
Und wenn Dir neben einem Eintrittspreis von sieben Euro für mehr als 1000 Fotos ein Vortrag mit David Burnett, Carolyn Drake oder Ed Kashi mit jeweils drei Euro zu teuer ist, dann weiß ich auch nicht weiter…
Hallo Dirk,
bitte nicht falsch verstehen, das sind meine persönlichen Betrachtungen und mein bleibender Eindruck (besonders nach dem ersten Betreten der Halle).
Der Ansatz Abends die Vorträge zu zeigen in Bezug berufstätiger Menschen ist richtig. Hier aber mein regionaler Einwand, das sich ein Tagesbesuch eher nicht lohnt für Leute die z.B. aus Süd-Deutschland kommen. Hannover liegt leider nicht zentral in Deutschland, so wie Frankfurt z.B. Entweder bleibt man mehrere Tage, oder man kann die Vorträge nicht mitnehmen (wenn man nicht mitten in der Nacht wieder zu hause sein will).
Der Eintrittspreis von 7 Euro ist vollkommen in Ordnung und auch nicht zu teuer (meiner Meinung nach eher als super billig anzusehen). Aber warum man die Vorträge einzeln bezahlen muss (der Preis ist auch ok) verstehe ich einfach nicht.
Technikschau, Hausmesse, oder wie man es auch immer nennen will. Ist ok, aber wenn dann bitte mit neuen Informationen und nicht alt bekannten Sachen. Stände von Zeitungsverlagen wo man ein Abo abschließen konnte, oder ein Stand von Fotobuch-Herstellern wirkt für mich deplatziert.
Aber noch mal, wie bereits erwähnt, meine persönliche Meinung: Preislich Top, tolle Bilder, tolle Fotografen, aber das Gesamtpaket (besonders in Bezug auf eine Festival-Eröffnung am ersten Tag) eher schlecht.
Viele Grüße,
Alexx
Vermutlich ist es einfach schwierig, Heavy Usern wie @ifranz und @schwan überhaupt irgendwas Neues in Sachen Lumix zu bieten. Ich schätze mal, Ihr zwei seid eben besser und schneller informiert als der “normale” Fachhändler oder Messestandbetreuer
Wer eines der bedeutendsten Fotofestivals danach beurteilt, ob er Informationen zu Lumix-Kameras bekommt, die er als Technik-Freak noch nicht kennt, der sollte doch lieber gleich zu einer reinen Fotomesse wie die Photokina reisen. Das fast vollständige Nichteingehen auf die ausgestellten Fotoarbeiten, die in einem ungeheuren Umfang das Beste vom Besten jungen Fotojournalismus zeigt, entlarvt die Kritik dann auch sofort. Ein Fotoapparart ist dazu da, Bilder zu machen! Vielleicht kaufen Sie sich zum Spielen mit Technik lieber einen Stabilbaukasten. Damit muss man auch nicht fotografieren, was Sie offenbar weniger interessiert!
Auch ansonsten sind Ihre Schlussfolgerungen ziemlich wirr und unreflektiert:
1.Natürlich ist die Lage Hannovers innerhalb Deutschlands ziemlich gut für ein solches Festival. Die Auswahl ist darüber hinaus auch keine Wünsch-Dir-Was-Veranstaltung, sondern man braucht zum Zeigen der vielen Fotos auch viel Platz.
2. Das Leitsystem auf dem Gelände wurde allenthalben gelobt und Kritik, wonach sich die Besucher nicht haben zurecht finden können, gab es nicht. Vielleicht hätten Sie einfach mal in den klar gegliederten Plan schauen sollen?!
3. Die Vorträge wurden auf den Nachmittag und Abend gelegt, damit an 3 von 4 Tagen auch die Leute einen Vortrag sehen können, die tagsüber arbeiten müssen. Auf fast allen Festivals der Welt macht man es ebenso.
4. Zu den Eintrittskarten: Wären die Vorträge inklusive, hätte es angesichts der begrenzten Kapazität des Vortragssaales Probleme beim Eintritt gegeben, denn die Kapazität der Ausstellungsräume ist insgesamt natürlich viel größer als die des Hörsaales. Wäre also der Eintritt zu den Vorträgen inklusive, hätten wir mehreren tausend Menschen täglich Eintritt gewähren, oder aber viele verärgerte Besucher wegschicken müssen. Mit 3 Euro für den Vortrag und 7 Euro für ein fünftägiges Festival sind die Preise übrigens mehr als zivil.
5. Was die Hausmesse betrifft, so hat sie für den Großraum Hannover schon eine Bedeutung, weil es hier keinen professionell ausgerichteten Händler mehr gibt. Aus diesem Raum kommen die meisten unserer Besucher.
6. Wirr und ohne jegliche Sachkenntnis ist auch Ihr Resümieren über den angeblich verkehrten Eröffnungstermin usw. Die Fachpresse ist aufgrund ihrer längeren Produktionszeiten schon lange vor dem Festival informiert worden. Bleibt also die Lokalpresse. Die kam schon zur Pressekonferenz am Dienstag und am Mittwoch wurden bereits die ersten Beiträge gebracht. Die terminlichen Bedürfnisse der Presse haben wir vor dem Festival eingeholt und danach alle Termine abgestimmt. Wer die enorme Presse-Reaktion auf das Festival gesehen hat, konnte sich vom Funktionieren dieser Maßnahme überzeugen.
Bleibt das Fazit: Angesichts der Lichtjahre, die ihre Nölerei von der Einschätzung unserer Besucher entfernt ist, würde ich mal über meine Wahrnehmung nachdenken. Und als offensichtlicher Techmik-Fetischist sollten sie lieber einen weiten Bogen um ein Fotofestival machen.
Rolf Nobel
Hallo Herr Nobel,
vielen Dank für Ihren Kommentar. Leider muss ich mich langsam fragen, ob Kritik derzeit allgemein nicht mehr erlaubt ist und damit verbunden die Frage an Sie, ob Sie den letzten Absatz ebenfalls gelesen haben, wo ich ein versuchtes Fazit ziehe:
Ein versuchtes Fazit: Wer Fotografie liebt und auch sonst gerne Ausstellungen besucht kommt hier voll auf seine Kosten. Für den Preis von 7 Euro für 5 Tage kann man sich sattsehen an den knapp 1.400 Bildern. Aufgrund der vielen verschiedenen Ausstellungsorte ist aber ein Tag zu kurz. Lohnen tut sich hier ein Besuch über mehrere Tage, aber dafür ist der Standort Hannover meiner Meinung nach falsch gewählt. Wer Informationen zu Lumix erhalten will ist fehl am Platz. Alles schon gelesen, alles schon bekannt.
Ich greife im Gegensatz zu Ihnen niemanden persönlich an, sondern reflektiere meine subjektiven persönlichen Eindrücke vom Besuch am Mittwoch. Ich hoffe das dies in Deutschland noch erlaubt ist.
Viele Grüße,
Alexs
Kritik muss immer erlaubt sein wer direkt beleidigend wird ist in einem Heise Forum besser aufgehoben.
Das Lumix Festival kann nicht das bedeutendste Foto Festival sein ich habe durch Zufall auf der Panasonic Seite davon erfahren, auch hab ich andere Fotografen gefragt leider war es nicht bekannt.
Das Sie Herr Nobel Hannover und die ganze Organisation verteidigen ist in meinen Augen logisch Sie wohnen dort und sind in die ganze Sache fest eingebunden, ich muss aber feststellen das jedes Barcamp besser Organisiert ist kann mich an keines Erinnern wo man nicht in der Lage war einen Ausweis zu erstellen wo der Name drauf stand.
Das man für die Ausstellungen Platz braucht ist auch logisch nur warum so verteilt fast die ganze Halle ( Deutschland Pavillon ) gegenüber des Haupteinganges hätte doch genügend Platz geboten.
Ich möchte hier jetzt nicht in die Liste der Besserwisser oder Nörgler eingetragen werden, aber man kann sich auch alles schönreden oder man geht mit Kritik ordentlich um, ist ja nix schlimmes und tut auch nicht weh.
Wenn ich ein Festival veranstalte dann mache ich das richtig, in diesen Falle die Foto Ausstellung es waren sehr gute Journalistische Foto Reportagen vorhanden, aber wenn ich auch die Technik Seite mit anbiete muss diese auch mit Fachwissen glänzen, meiner Meinung nach.
So und jetzt genug mit der Nörgelei ich hoffe wir treffen SIe Herr Nobel mal auf einem Kaffe auf der Photokina oder auf einem Barcamp und können in Ruhe mal über beide Standpunkte diskutieren.
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