Kaufentscheidung: Welche Kamera?
Derzeit steht bei mir der Kauf einer Videocam an, Consumerbereich um die 800 Euro. Für Jobs wo ich eine Proficam (ab Sony EX1) benötige, bemühe ich lieber Leihdienste, denn den Preisverfall in dem Bereich ist mir zu einfach zu hoch.
Jetzt hatte ich mich eigentlich schon festgelegt auf die JVC GZ-HM 400, leider ist diese nicht mehr bei JVC gelistet, oder besser gesagt ein Auslaufmodell. Nachfolger der HM 400 ist die GZ-HM 1. Tja, bevor ich dann auf den “Kaufen-Button” geklickt habe, kam mir die Idee noch mal bei Panasonic vorbei zu schauen.
Und siehe da, die HDC-SD 707 ist eigentlich genau das, was man bei einem “Immer-Dabei-Camcorder” braucht: Manueller Fokusring, Zubehörschuh, Mirkoeingang und als Bonbon Full-HD Aufnahme in 50p!
Und jetzt …?
Jetzt bin ich total durcheinander und ziemlich unsicher welche Cam man sich holen soll und ob man überhaupt noch in dem Genre Geld ausgibt. Warum diese Unsicherheit?
Viele von Euch wissen, das ich meine Brötchen als Freiberufler verdiene, Hauptaugenmerk auf Foto- und Video-Jobs. Jetzt sind wir mal ehrlich, mit der “kleinen” Panasonic oder JVC braucht man nicht zu einem Kunden für z.B. einen Imagefilm fahren. Der schaut einmal, lächelt freundlich, dreht sich danach um und kündigt den Auftrag – Kamera sieht einfach zu klein aus und ist deswegen nicht zu gebrauchen (so die allgemeine Auffassung). Auf Messen habe ich schon Leute mit “4:3-Beta-Kisten” gesehen die ernster genommen worden sind …
Für solche Jobs leiht man sich einfach am Besten eine Cam. Mein Favorit ist dann immer die Sony EX 1 die man für um die 150 Euro pro Tag mietet. Fantastische Qualität und perfekter Workflow mit Final Cut.
Zwischenfazit: 1:0 für NICHTKAUF.
Das 2:0 gegen einen Kauf lässt nicht lange auf sich warten: der Dreh mit DSLR. Hier entwickelt sich gerade ein ganz neues Genre von Videos, eine vollkommen neue Art von “Videosprache”. Sehen wir mal von dem Status eines Philip Bloom ab, in diesem Bereich ist eine ganz große Chance für Freiberufler! Viele Medienagenturen haben diese Videoform noch nicht für sich entdeckt, können mit der eher künstlerischen Art noch nicht umgehen und denken (Gott sei Dank) noch in alten Schubladen. Sei es nun mit Canon 5D/7D oder mit der Lumix GH1/GF1, die Aufnahmen sind einfach fantastisch, der Workflow mit Schnittprogrammen perfekt. Nachteil hier: der manuelle Fokus! Trotzdem,
Zwischenfazit: 2:0 für NICHTKAUF.
Bleibt eigentlich nur der KAUF-Anschlusstreffer: als Cam für Zwischendurch, für kleine Studioaufnahmen, Shows, etc. Aber dieser Treffer ist leicht Abseits verdächtig, denn für diesen Bereich kann man auch auf Kodak oder Flip zurückgreifen!
Tja und jetzt sitzt er hier der kleine ifranz und ist sich ziemlich unsicher … soll er kaufen oder nicht? Was meint Ihr dazu? Eure Meinung ist gefragt!
Vielleicht auch von Interesse:









wertverlust hin oder her… ist für mich wie mit autos… der spaß daran ist auch viel wert… nur das lässt man gerne weg… und wenn du z.b. eine EX1 zuhause hast machst du damit auch viel mehr als wenn sie beim verleih liegt.
dslrs klar joot, aber nicht wirklich eine profi lösung… finde ich zumindest… es gibt zwar die ganzen fallbeispiele aber ein guter workflow isset nicht und um einen guten workflow zu bekommen musst du mindestens genausoviel kohle in zubehör stecken wie du dann am ende auch für ne EX1 ausgeben würdest… oder?
naja nur meine meinung… du verdiens damit dein geld videos zu drehen… da lohnt sich ne ex1 ggf…
Ich finde schon das der Workflow mit den Canon-Files und Lumix AVCHD sehr gut ist, im Hinblick auf Final Cut Pro aus meiner Sicht. Das wäre er aber auch beim Kauf einer Consumercam um die 800 Euro. Wo ich Dir Recht gebe ist, das beim Shooten mit einer DSLR man fast schon zwingend Zubehör braucht (Rig, Fokusring, etc.). Das Ergebnis ist aber dafür die von mir angesprochende neue Videosprache …
Die EX1 von Sony ist verdammt gut, keine Frage, aber die kostet dann mal eben auch knapp 7000 Euro und dafür leihe ich sie mir lieber aus. Die eigentliche Frage ist ja auch ob es sich noch lohnt in eine Consumercam wie die JVC oder Panasonic zu investieren …
ok, dann habe ich dich da nicht ganz richtig verstanden…
im consumer bereich nicht. profi ja.
Panasonic G2 soll diese Woche lieferbar sein wäre meine Wahl , den Focus per Touchscreen auszuwählen ist eine ganz neue Art der Kamerabedienung, leider kein FullHD…….. aber Irgendwas ist ja immer
@Guido
und leider auch kein echtes 720/50p, da der Sensor nur mit 25fps ausgelesen wird…
Ich glaube bei der G-Serie ist es besser man wartet bis zur GH2 ab. Laut meiner Info soll sie zur Photokina erscheinen (im Gegensatz zu einer GF2 die wohl erst Ende 2010/Anfang 2011 erhältlich ist).
Wovon ich vollkommen abraten würde: Warten auf irgendeine nächste Generation, weil die hat dann noch … und die kann dann noch … Denn die Entwicklung geht ewig und schon Murphy sagt, drei Monate, nachdem du investiert hast, ist die nächste Generation auf dem Markt.
Ich habe mich im Dezember bewusst gegen eine video-fähige DSLR und für die Panasonic HDC HS300 entschieden. Warum? Hängt schlicht und ergreifend von den Einsatzgebieten ab. Ich brauche sie für längere Vorträge oder Interview-Passagen und zur Dokumentation von Veranstaltungten (wirklich: Dokumentation, nichts aufwändig produziertes …). Gute Aufnahmen ohne viel Fummelei. Trotzdem gibt’s einige manuelle Einstellmöglichkeiten – für meine Zwecke derzeit ideal. Und die 7D/5D kommt dann, wenn ich mehr Zeit zum filmen habe
Für Imagefilme bin ich damit noch nicht angerückt – aber ich denke, wenn man dem Kunden vorab einige Arbeiten zeigt, ist er auch nicht mehr so verwundert, dass die Cam kleiner ist als der Stativkopf … und sieht eine 7D da wirklich so viel professioneller aus?
Meine Empfehlung: Wenn Du jetzt konkrete Projekte hast, bei denen Du eine solche Kamera wirklich vermisst hast, dann kauf Dir eine. Sonst nicht.
Was für ein bescheuerter Satz, sorry. Wollte sagen: “Die Entwicklung geht ewig so weiter, und schon …”
Noch was (und dann halte ich auch die Klappe
):
Die Unterscheidung zwischen “Profi”- und “Consumer”-Equipment ist heute meiner Ansicht nach hinfällig. “Profi” ist, was am Ende rauskommt. Oder eben nicht. Dafür haben Firmen wie Kodak gesorgt, die tolles Equipment für wenig Geld anbieten und damit professionelles Arbeiten ermöglichen.
Man ist kein Profi, nur weil man eine möglichst große, für Laien eindrucksvolle Mühle auf der Schulter rumschleppt …
Naja also so ganz richtig ist das nicht.
Profi Equipment ist Profi weil es das arbeiten im Job einfach(er) macht. So cool ne Zi8 auch ist, aber zum arbeiten total ungeeignet, so auch ne gh1. Klar geht das, aber EX1 bietet ganz andere Möglichkeiten.
Wie ich oben schon geschrieben hab: Es hängt davon ab, was Du damit vorhast. Viele Blogger machen auch ein “Profi-Ding” – und denen reicht ne Zi8.
Logisch, für Imagefilme ist das nix.
Ich bin nur in einem Punkt mit Teymur einig, mit einer Zi8 kann man wirklich nicht Profifilm machen. Aber schon mit einer Lumix oder Canon (btw, bin gespannt ob Nikon da endlich nach zieht). Es hängt sehr von der Aufgabenstellung ab, Messedokumentationen eher nicht, Imagefilme schon. Den letzten Auftrag habe ich komplett mit Lumix, Novoflex und Nikon gedreht. Manche Aufnahmen davon wären mit einer EX1 nicht möglich gewesen.
Na, ja. Das Problem mit den VDSLRs ist zumindest derzeit noch die Begrenzung auf 15/20 Minuten Aufnahme am Stück. Wenn man damit leben kann, ok.
Ohne Fokushilfen wie vergrößernde Viewfinder à la Hoodloupe/Z-Finder oder besser noch Fieldmonitor macht das nicht sonderlich viel Spaß. Besser noch ein Follow-Focus-System dazu… Rig, passende Stative… und zack… gibt man einen Sack voll Geld aus. Siehst Du ja bei mir was ich schon investiert habe und was ich/wir damit bisher gemacht haben.
Ich finde Cams wie die von Dir oben genannten sind auf jeden Fall eine sinnvolle Ergänzung für das was wir machen. Der HDC-SD 707 ist mit seinem Focus-Ring, seinen sonstigen Extras und einem Preis von inzwischen unter 800 EUR (inkl.) schon ‘ne interessante Alternative/Ergänzung. Zumal er ja sehr gut in Tests abgeschnitten hat.
Wobei – für Deine Arbeit mit der Du einen Kühlschrank füllst – wird so ein Schätzchen vermutlich “nur” eine Supportkamera sein. Ich vermute mal, daß Du sie mehr für ifranznation einsetzen wirst. Wenn soviel Kohle für den Spaß hier ausgeben möchtest, dann schlag zu.
Vielleicht solltest Du Dir das Teil erstmal zum Testen/zur Ansicht besorgen und dann entscheiden.
Oder eben doch die RED Epic.
Überleg doch mal eine Grosse gebraucht zu kaufen. Habe gute Erfahrung damit gemacht. Auch Zubehör wie P2 Karten bekommst Du um rund 40% günstiger.
»Derzeit steht bei mir der Kauf einer Videocam an, Consumerbereich um die 800 Euro. Für Jobs wo ich eine Proficam (ab Sony EX1) benötige, bemühe ich lieber Leihdienste, denn den Preisverfall in dem Bereich ist mir zu einfach zu hoch.«
Frage 1: Wofür willst Du die denn nutzen, oder müssen Steuermilliarden in Gadgets konvertiert werden?
»Viele von Euch wissen, das ich meine Brötchen als Freiberufler verdiene, Hauptaugenmerk auf Foto- und Video-Jobs. Jetzt sind wir mal ehrlich, mit der “kleinen” Panasonic oder JVC braucht man nicht zu einem Kunden für z.B. einen Imagefilm fahren. Der schaut einmal, lächelt freundlich, dreht sich danach um und kündigt den Auftrag – Kamera sieht einfach zu klein aus und ist deswegen nicht zu gebrauchen (so die allgemeine Auffassung). Auf Messen habe ich schon Leute mit “4:3-Beta-Kisten” gesehen die ernster genommen worden sind …«
Frage 2: Wofür willst Du die Consumercam denn nutzen … Oh, das ist ja Frage 1 …
»Bleibt eigentlich nur der KAUF-Anschlusstreffer: als Cam für Zwischendurch, für kleine Studioaufnahmen, Shows, etc. Aber dieser Treffer ist leicht Abseits verdächtig, denn für diesen Bereich kann man auch auf Kodak oder Flip zurückgreifen!
Tja und jetzt sitzt er hier der kleine ifranz und ist sich ziemlich unsicher … soll er kaufen oder nicht? Was meint Ihr dazu? Eure Meinung ist gefragt!«
Frage 2 (obiges war ja ‘n Dupe): sind 800 EUR viel Geld für Dich oder ist das mehr so der Bereich Pfand-/Portokasse?
Ich behaupte mal offensiv für mich, daß ich für jeden Gadgetkauf einen Grund vorzuschieben (;-)) in der Lage bin — welchen hast Du denn für »eine Videocam, Consumerbereich um die 800 Euro«? Du hast Zi8, PlaySport, wasweißichnochalles, und kannst kurzfristig die Anzahl der “HD-Cams” auf sicher >5 durch Rückgriff auf Dein »lokales Netzwerk« erhöhen (mind. 4 Zi8 plus Deiner alleine in GT, dazu mind. 2 TZ7, …). Siehe http://ifranznation.de/2010/04/06/whats-in-your-bag-teymur-madjderey/ — 2 HD-Cams + X (hier: meine TZ7), gehen da langsam nicht die Kameraleute eher aus als die Kameras?
Insofern sehe ich für Dich grade nicht den Benefit; für den Job kannst Du die Kiste nach eigener Aussage nicht nutzen und für »privat« hast Du doch mehr als genug HD-Optionen? Aber, hey, ich nehme gerne auch anderer Leute Spielzeug mit »auf Tour«
…warten. Der Faktor mit der Aussenwirkung der Cam ist nicht zu unterschätzen. Deswegen hab ich unter meinen Kameras grundsätzlich nen Bateriegriff, den man eigentlich nicht wirklich braucht. Vielleicht wird ja eine SONY HVR-HD1000E demnächst günstiger oder einer der Konkurrenten bringt etwas ähnliches auf den Markt. Eine DSLR als Videocam kommt beim Kunden sicher auch nicht so toll an.
Wenn Du eine DSLR auf ein ordentliches Rig setzt, dann schaut das schon ziemlich professionell und gar nicht mehr so klein aus. Das ist aber nicht nur zum “posen” gedacht, die Größe ist echt wichtig, um das Bild zu stabilisieren. Nur meistens sind diese Rigs ziemlich teuer.
Das stimmt. Eine DSLR sieht auch ohne Rig mit einem Batteriegriff schon ganz gut aus. Die Frage ist nur ob die Kunden -die sich ja nicht so intensiv mit dem Thema auseinandersetzen wie wir- den (wenn auch professionellen) “Fotoapparat” als professionelles Videogerät akzeptieren. Ich bin vor kurzem neben der Fotografie wieder in die Imagefilmproduktion eingestiegen und hatte die selben Überlegungen wie iFranz. Ich habe mich gegen DSLR-Video entschieden und setze eine JVC HD7 ein. Obendrauf kommt entweder ein dickes Mikrofon oder eine recht große 126-LED-Flächenleuchte. In Verbindung mit der eckigen Sonnenblende im 16:9-Design gab es da bei meinen ersten Kunden keine Schwierigkeiten. In den 90ern war ich da noch dreister. Da habe ich eine Panasonic MS4 Schulterkamera auf ein Stativ gestellt und die Videos mit einer Sony TR2000 gedreht.
Reizvoll bleibt die DSLR-Lösung trotzdem.