DIY Low Cost 7″ HD Field Monitor
Ich habe mich mal wieder mit dem Thema Field Monitor etwas genauer auseinandergesetzt, nachdem ich Sonntag erst wieder mit @tbals über die Krux mit der Schärfenachführung und die Kontrolle derselben beim ernsthaften Filmen mit einer HD-videotauglichen DSLR (aka V-DSLR) wie der Canon EOS 7D oder Canon EOS 5D Mk II philosophierte.
Wir haben ja jetzt schon mal eine Hoodmann HoodLoupe 3.0 vor dem Auge gehabt – die wird demnächst noch etwas genauer untersucht, wo @ifranz jetzt auch frisch eine in seinem Fundus hat. Der erste Eindruck hat mich noch nicht überzeugt. Ich glaube noch nicht, daß mir 3-fach vergrößerte Pixel (640×480) wirklich beim Einstellen der Schärfe so gut helfen können. Und die Edel-Version von Zacuto (Z-Finder Jr./Pro) scheinen mir auch nur überteuerte Versionen davon zu sein. Auch wenn Zacuto behauptet es lägen Abgründe zwischen ihren Z-Finder und Lösungen wie der HoodLoupe. Mangels Testmöglichkeit kann ich nichts dazu sagen und ich kenne in DE-Land auch nur einen, der einen Z-Finder kürzlich erworben hat.
Plan B? Ein Field-Monitor. Der Porsche der Field-Monitore wird von Marshall Eletronics hergestellt. Das 7-Zoll HDMI-Modell V-LCD70XP-HDMI kostet ca. 1.300 EUR (inkl. 19% MwSt). Der hat eine wirklich sehr schicke Akku-Lösung (man will ja mobil sein), ein Arsch voll Video-Anschlüße und ‘nen Sack Hilfsfunktionen. Alternativer Anbieter ist ikan Corporation. Der tut sich preislich allerdings nicht viel.
Was also tun, um dennoch in den Genuß eines brauchbaren Field-Monitors zu kommen? Die Lösung sind bezahlbare HD-Monitore, die eigentlich für den Einsatz in Autos als Unterhaltungselektronikelement z.B. zum Bespaßen der lieben Kleinen auf den Rücksitzen vorgesehen sind. Die Foren sind voll mit Verweisen auf Modelle der Firma Lilliput wie dem Lilliput 669GL-70NP/C7. Kostenpunkt ca. 230 EUR (170 EUR zzgl. 14% Einfuhrzoll und 19% MwSt). Selbiger hat am unteren Ende ein 1/4″ Gewinde mit dem man ihn auf allerlei Halterungen vernünftig festschrauben kann.

Als günstige Halterung mit der man das gute Stück auf die Kamera direkt, ein Stativ oder ein Rig schnallen kann empfiehlt sich ein sogenannter Biltzhalter (inkl. Schirmhalter, neigbar, drehbar) aus Metall und mit 1/4″ Gewinde – z.B. der von MeinFoto Berlin (via Amazon) für knapp 19 EUR.
Fehlt nur noch Strom. Leider gibt es diese coolen und recht günstigen Black and Decker Power To Go Akku-Packs nicht in DE-Land, die Emm Cagadoc von Emmaginephoto in seinem Blog-Artikel verwendet hat. Siehe Video:
Das, was ich adhoc in DE-Land gefunden habe, ist eine Lösung von Energizer – der Energizer XP8000 spuckt direkt die 12V aus, die der Monitor braucht. Und kann auch eine Sack voll anderes Geraffel versorgen – wirklich coole und handliche Lösung. Der kostet allerdings dann auch gleich mal 120 EUR – siehe geizhals.at.
Alternative ist der Battery-Adapter von ikan – ikan AC107 – in einer von 4 verschiedenen Ausführungen, der entweder Canon, Panasonic oder Sony Akkus aufnehmen kann.
Oder – das Günstigste – ein Akkupack für 23 EUR auf ebay. Das sieht dann mit etwas Klettband z.b. so aus wie hier:
Dieser Akkupack hält ca. 4h in Verbindung mit diesem Monitor, nachdem was ich in den Foren dazu finden konnte. Dann fehlt eigentlich nur noch ein passendes HDMI (Monitor) auf HDMI mini (Camera) Kabel oder Adapter (ca. 10-20 EUR).
Somit ist man für die kleinste Lösung mit 230 EUR (Monitor) + 19 EUR (Halter) + 23 EUR (Akkupack) + 15 EUR (Kabel) ingesamt also 287 EUR dabei. Deutlich günstiger als die Profimonitore. Mit etwas Pappe und weiterem Klettband kann man sich auch noch eine abnehmbare Sonnenschutzblende basteln.
Der Lilliput wiegt übrigens 400g und der Akkupack 150g – es sind also ingesamt 550g mehr, die man rumschleppen oder bei der Tragkraft seines Stativkopfes einrechnen muß. Alle Monitore (Marshall/ikan/Lilliput) haben eine Auflösung von 800×480 Pixeln. Der eingebaute Monitor der 5D / 7D hat eine Auflösung von 640×480 Pixeln.
Die Lieferzeiten für Monitor und Akkupack (kommen alle aus China) liegen so zwischen 1-2 Wochen. Wir werden versuchen uns den Lilliput mal genauer anzusehen. Es gibt ihn übrigens teilweise noch etwas billiger (bis zu 20 US$), wenn man mal direkt auf ebay nach dem Monitor-Modell stöbert.
Auf jeden Fall eine interessante Alternative. Das nächste Thema mit dem man sich dann auseinandersetzen muß sind dann Follow Focus Systeme.
To be continued…
Vielleicht auch von Interesse:










Hallo,
interessanter Beitrag. Für den Einsatz auf einem Glidecam-System ist sicher so ein Monitor hilfreich. Die Frage ist natürlich, was versteht man unter “ernsthaftem” VDSLR-Einsatz? Ich setzte seit einigen Wochen eine Canon VDSLR ein (T2i) und bin sehr zufrieden damit. Da ich jedoch weniger die ästhetischen Filme mache, sondern mich auf für meinen Blog eher auf so eine Art “Nachrichtenbeiträge” beschränke, brauche ich ein sehr mobiles und auch kleines Gerät. Ein Rig macht die Angelegenheit schon sperriger, ein Stativ allerdings auch – obwohl gerade das unverzichtbar ist.
Vielleicht nützt ja jemandem eine Beschreibung meines Setups, weshalb ich es hier zum Besten geben möchte.
1. T2i (550D) mit KitLens 18-135 mm
2. Rode Videomic
3. Zacuto Z-Finder
4. Manfrotto-Einbein mit Neigekopf
5. eine simple Rohrschelle.
Zur Kamera will ich mich hier nicht auslassen – ich bin sehr zufrieden mit ihr. Kenne allerdings keine anderen Modelle, weshalb mir der Vergleich fehlt. Für meine Bedürfnisse ist sie jedenfalls sehr gut geeignet.
)
Das Rode Videomic ist sehr gut, auch damit bin ich zufrieden.
Die Anschaffung des Zacuto Z-Finder hat mich angesichts des Preises einiges an Überwindung gekostet. Dennoch habe ich auch hier den Kauf nicht bereut. Natürlich werden die Pixel des Kameradisplays simpel vergrößert, aber er hält das Sonnenlicht wirksam ab, so dass man auch in hellen Situationen gut das Bild überprüfen kann. Schärfeeinstellung mit dem Z-Finder ist etwas Gewöhnungssache, aber wenn man sich erstmal eingefuchst hat, geht es ausgesprochen gut und auch deutlich besser, als ohne Z-Finder. Die HoodLoupe kenne ich nicht selbst – auch hier fehlt mir der Vergleich.
Das Einbeinstativ ist wirklich unverzichtbar, weil es a) sehr leicht ist, und b) man die Kamera ohne dieses nicht, also wirklich gar nicht, still halten kann. Filmen ohne Stativ ist eine Illusion. Um das Stativ nicht immer ausziehen zu müssen (es ist außerdem zu kurz für mich mit 192cm Körpergröße, also etwa 180 cm Augenhöhe – ich müsste also immer mit Buckel davorstehen), habe ich eine Rohrschelle an das untere Segment geschraubt, daran ein Stück Alu-Rundstab, so dass ich ein Haken ergibt. Diesen Haken hänge ich in meinen Hosenbund bzw. Gürtel ein. Das Stativ ist dann so weit ausgezogen, dass ich die Kamera in Augenhöhe vor mir habe. Damit erziele ich ausreichend stille Bilder bei festem Stand auf zwei Beinen (nüchterner Zustand also vorausgesetzt
FollowFocus-Systeme stehen bei mir auch noch auf der Agenda, aber momentan (nach Cam und Z-Finder und Blick auf den Kontostand) einfach nicht drin. Dennoch lässt sich die KitLens auch gut per Hand fokussieren, etwas Übung ist nötig und da stecke auch ich noch in den Kinderschuhen. Aber es geht, die Wege sind kurz genug und wenn man sich die Fingerbewegung einprägt trifft man eigentlich auch den Punkt.
Soweit mein Senf dazu. Ich habe vor, zum Videocamp nach Essen zu kommen – mein erstes Barcamp. Vielleicht trifft man sich dort ja, dann hab ich das Zeugs auch im Gepäck zur Live-Inaugenscheinnahme.
Na, das ist doch mal Feedback.
Mit “ernsthaften” Filmen meinte ich das Filmen mit einer VDSLR unter Ausschöpfung ihrer Möglichkeiten – primär beim Ausschöpfen der Möglichkeiten, die das “Spiel” mit der Schärfentiefe bietet. Da kommt jede Hilfe bei der Schärfenachführung recht.
@tbals und ich setzen unsere VDSLRs derzeit nicht kommerziell ein. Alles was wir damit tun, machen wir, weil es uns Spaß macht und es uns interessiert die Möglichkeiten der Filmerei damit zu entdecken. Trotzdem haben wir schon ganz gut Geld in das Drumherum versenkt.
Und wir stehen immer noch am Anfang mit dieser Art Filmerei.
Ein Setup mit Kamera auf Stativ/Rig und Zusätzen wie einem Monitor sind auf jeden Fall nix für schnelle Sachen, die wir ja bisher mit unseren Guerilla-Setups gemacht haben. Dafür wiederum ist ein Viewfinder wie Zacutos Z-Finder natürlich charmant. Cam, Mik und Z-Finder nehmen nicht viel Platz weg. Und der Z-Finder bietet da auch noch einen Zusätzlichen Auflagepunkt, um die Kamera ruhiger zu halten. Eine Hand frei für das Scharfstellen. Den habe ich auch immer noch im Auge… aber dazu muß ich auch erstmal mehr in der Richtung machen. Genauso wie beim Thema mit den Follow Focus Systemen. Ich denke mit etwas Übung kann man sicherlich auch ohne Follow Focus auskommen, aber da Canon zumindest in der aktuellen Firmware noch keine Auto-Fokus-Nachführung in seine Cams eingebaut hat, wäre es auf jeden Fall hilfreich. Vielleicht überrascht uns Canon ja noch mit einer entsprechenden Firmware-Erweiterung.
Die Jungs von Stargate Studios hatten das ja auch in ihrem Clip bemängelt – vielleicht machen die ja bei Canon mehr Eindruck. Siehe http://ifranznation.de/2010/02/11/shooting-driving-plates-for-24-2/
Das DVtec Multi Rig kommt übrigens auch mit einer gedämpften Stütze, die man in einem Gürtel festclippen kann. Allerdings längst nicht so günstig wie ein Einbein. Der @ifranz benutzt seines auch sehr intensiv zum Filmen. Zumal es auch – zumindest für leichte Cams – eine gewisse Stabilisierung mit sich bringt, wenn man es “frei” schwingen läßt. Das MultiRig bietet allerdings auch durch seine Umbaumöglichkeiten noch andere nette Einsatzmöglichkeiten. Auch noch ein Feature, was wir hier unbedingt vorstellen müssen. Ich hatte eins auf dem ersten Videocamp dabei.
Und zum nächstes Videocamp – ich will auf jeden Fall versuchen auch bei der nächsten Ausgabe dabei zu sein. Wir bringen dann auch wieder ein paar Goodies mit.
ich bin auf dieses Teil eigentlich schon lange neugierig, allerdings etwas verunsichert, da es Fakegerüchte gibt, die behaupten, der Original-Lilliput-Hersteller verwahre sich gegen die Behauptung, daß ein echter HDMI Anschluss geliefert würde??? Solch ein Gerät würde erst Ende 2010 lieferbar sein… (grübel?) Es könnte ja auch ersatzweise an einer kleinen Satbox mit HDMI-Ausgang im Auto oder beim Camping als Monitor dienen, wenn die Leuchtkraft reicht. Diese wird nirgends beurteilt… Wo das Teil in DE oder AT erhältlich ist, konnte mir auch noch keiner sagen. Taiwanesische Garantie ist mir nicht so geheuer, da kann ich mir auch auf der Kirmes in Hongkong aus dem Wok lesen lassen…
Kontrast 500:1 ist immer besser als 200:1 beim Ikan, oder?
eiss einer wirklich konkretes?
Bitte gerne Mail an mich, danke!
Also auf der Lilliput-Seite wird das Gerät gelistet. http://www.lilliput.com.cn/en/products.php?id=122
Wir haben das Gerät inzwischen aus Hongkong bekommen. Es ist ein HDMI-Eingang vorhanden und er funktioniert an mind. 2 Kameras mit HDMI an den wir ihn getestet haben. Woran erkennt man ein Lilliput-Original?
Der Kontrast wird mit 300:1 angegeben. Nachmessen wird schwierig. Ikans haben wir noch nicht in der Hand gehabt.
In DE oder AT haben wir ihn noch nicht gesehen im Angebot von Händlern. In der EU nur in UK. Bei carcomputer (http://www.carcomputer.co.uk/shop/monitors/hdmi-monitors/lilliput-669gl-70np-c-7-hdmi-monitor-non-touch) ist er gelistet, aber nicht vorrätig.
Wir haben uns einen kleinen Sonnenschutz gebastelt, um sicher zu gehen, daß man auch in er Sonne was sieht. Wir können ihn bei Gelegenheit (Sonne ist hier gerade mal wieder aus) auch nochmal bei Sonnenlicht ohne Schutz genauer in Augenschein nehmen. Und eine subjektive Beurteilung abgeben.
…gibts denn schon einen Outdoor-Test? Scharre sozusagen in den Startlöchern um mir diesen Monitor zu kaufen…
Was genau möchtest Du getestet haben? Ob er bei Sonnenschein auch noch leistet?
Wir waren letztes Wochenende kurz draußen mit dem Lilliput. Auf dem Rig mit unserem Sonnenschutz (Pappe + Klettband) ist er gut zu verwenden.
…ob man mit der Auflösung zurecht kommt, sprich ob es reicht oder muß man gaaaanz tief in die Tasche greifen für einen HD-Monitor. Ich ahtte bisher weder den Einen noch den Anderen in der Hand und habe null Vorstellungen davon… Ich möchte eigentlich mein Geld für ein nettes Rig ausgeben als für einen “schnöden” Monitor.
Also bitte, wenn man schon bereit ist (unglaubliche) 287,- Euro für einen Field-Monitor auszugeben, dann kann man doch trotzdem ein professionelles Produkt nehmen, dass für diesen Zweck designt ist, anstatt irgend so einen Consumer-Quatsch zu mißbrauchen.
Wie wär’s z.B. mit dem AVtec LVD070A für ca. 360,- Euro (netto)?
Oder dem DataVideo TLM-700 für ca. 380,- Euro (netto)?
Die technischen Daten sind weit besser und vorallem ist das Produkt nicht für die Kopflehne eines Rücksitzes konzipiert.
Außerdem sollte jeder, der Ambitionen hat sich in irgendeiner Weise als professionell zu bezeichnen, die Erkenntnis beherzigen: “Billiges Equipment kann ich mir nicht leisten”.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrages (bis jetzt) kannte ich diese Monitore ehrlich gesagt nicht. Bei meinen Streifzügen durch Blogs anderer professioneller Videofilmen und Foren zu diesem Thema fand ich seinerzeit nur Verweise auf die Edel-Lösungen von Marshall und Co.
In einem dieser Foren las ich jedoch von dem Lilliput. Das war die erste Lösung, die für Hobby-Filmer erschwinglich war. Die erste Lösung, die ich fand. Nachdem ich die Berichte auch anderswo dazu sah, hatte ich das Ding dann mal auf Verdacht bestellt. Und dafür, daß es “nur” ein Monitor für die Bespaßung von Mitfahrern auf Rücksitzen ist, ist die Qualität der Lilliputs ziemlich gut.
Der AVtec LVD070A sieht von den technischen Daten jetzt auf den ersten Blick nicht viel anders aus. Der Lilliput 669GL hat zwar nur 250cd/m2 während der AVtec LVD070A 450 cd/m2 hat, aber der Rest tun die sich nicht viel. Beide haben eine Auflösung von 800×480. Darunter würde ich auch nicht gehen.
Der DataVideo TLM-700 sieht zwar professioneller und von der Fertigungsqualität wertiger aus, aber mit einer Auflösung von 480×234 Pixel wage ich mal zu bezweifeln, ob man damit so gut die Schärfe eines HD-Signals beurteilen kann. Ich lasse mich da aber gern eines besseren belehren, wenn ich so ein Ding mal in die Finger bekommen sollte (was ich bezweifle).
Wir sind keine Profis. Wir haben zwar Themen mit denen wir uns sehr gut aufgrund unserer eigenen Erfahrungen auskennen, aber wir wissen nicht alles und lernen ständig Neues dazu. Das Thema der professionellen Videofilmerei haben wir bisher nur angekratzt. Deswegen sind wir auch dankbar über jede Art von kritischen Feedback und ergänzenden Hinweisen.
Und Du hast natürlich Recht (“Billiges Equipment kann ich mir nicht leisten”). Wer sich professionell mit dem Thema auseinandersetzt und wohlmöglich damit seine Brötchen verdient, sollte nicht an der falschen Stelle sparen. Wenn man an der falschen Stelle spart, verbrennt man seine Zeit wohlmöglich in der Nachberarbeitung damit die Fehler zu beheben, die man sich durch den Einsatz vom schlechten Equipment eingehandelt hat.
Wenn ich mit der Videofilmerei mein Geld verdienen müßte, würde ich allerdings noch ein paar Schippen Euros mehr drauflegen und mir einen Fieldmonitor von SmallHD oder Marshall kaufen. Die bieten u.a. noch weitere Features wie Fokussierhilfen.