Videoschnitt unter Linux – Open Shot 1.1.0 released
Gestern unterhielt ich mich mit @probefahrer nachdem Dreh der Episode #3 der 42show über vernünftige Videoschnitt-Software unter Linux. Ich muß gestehen, daß ich daheim mit Linux eigentlich gar nicht mehr arbeite, aber ich mich beruflich immer noch mit dem Thema immer noch auseinandersetze und ich auf meinem Firmenarbeitsplatz auch immer noch ein Linux laufen habe.
Als ich mir zuletzt vor etwas über einem Jahr mal die Linux Videoschnittlösungen ansah, war ich nicht sonderlich angetan. Ungeeignet um größere Files zu bearbeiten und von der Benutzungsoberfläche auch nicht so pricklend. Ich schaute mir damals Kino, Cinelerra und LiVES an.
Was jedoch anscheinend ein recht viel versprechender Kandidat unter Linux zu sein scheint ist der Open Shot Video Editor. Das Projekt wurde Anfang 2008 gestartet und ist inzwischen schon bei Version 1.1.0 – welche in den letzten Tagen veröffentlich wurde. Auf dem Barcamp letztes Jahr im München wurde ich schon im Rahmen eines Workshops mit der Kodak Zx1 darauf aufmerksam gemacht und hörte dazu lobenswerte Worte.
Auf jeden Fall werde ich es mir nochmal in einer stillen Stunde (Bereitschaften sind für sowas ideal) genauer ansehen. Falls unter den ifranznation-Besuchern Interesse besteht, dann stellen wir den Open Shot Video Editor auch nochmal in Rahmen eines ausführlicheren Beitrages vor. Hinterlaßt entsprechendes Feedback hier in den Kommentaren oder gebt es mir live, wenn sich unsere Wege kreuzen.
Es gibt auf vimeo auch einen Screencast von der Version 0.8.2, der schon einen ersten Einblick in die Möglichkeiten gibt.
Es mag zwar noch längst nicht weit sein wie kommerzielle Lösungen unter Windows oder Mac OS X, aber es ist doch eine deutliche Steigerung zu dem was ich bisher gesehen habe. Und das wurde innerhalb recht kurzer Zeit gestemmt. Respekt!
Weiterführende Links zum Artikel
http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_video_editing_software
http://www.heroinewarrior.com/cinelerra.php
Vielleicht auch von Interesse:










Los http://twitter.com/wusel – leg los und zeig uns Deine Ergebnisse!
Already done, siehe Trackback
Ich beschäftige mich seit Jahren mit Open-Source-Videoschnittsoftware und muss sagen, dass ich inzwischen echt gefrustiet bin. Es gibt bis heute keine Open-Source-Videoschnittsoftware, welche annähernd stabil läuft und/oder vom Funktionsumfang mit kommerziellen Consumerlösungen wie Adobe Elements, Sony Vegas etc. mithalten kann (von einem Vergleich mit kommerzieller Profivideoschnittsoftware erst gar nicht zu träumen. Und nein, Cinelerra ist keine Alternative, weil es alle Nase lang abstürzt und von der Oberfläche nicht durchdacht ist).
Außerdem entwickeln die meisten Programmierer für Linux, was ein Problem darstellt, weil die meisten Menschen immer noch Mac/Winows nutzen und ich zwar selbst ein Linuxsystem aufgesetzt bekomme, aber die wenigsten anderen Menschen davon überzeugen kann mir das gleich zu tun. Dadurch kann ich keine Projekte austauschen oder mit Anderen zusammenarbeiten.
Außerdem wird von den Linuxdistributionen Videoschnittkompatibilität stiefmütterlich behandelt. Mich nervt es an, das Ubuntu ohne manueller Problembehebung immer noch kein Firewire-Videocapture unterstützt, weil mir irgendwo irgendwie irgendwelche Zugriffrechte fehlen. Hallo, ich bin gerne bereit freie Software einzusetzen, der Administrations- und Einarbeitungsaufwand muss aber in einem Verhältnis zu dem stehen, was hinten rauskommt. Und das ist bisher keinenfalls gegeben…
Warum ist das so? Zur Zeit gibt es mindestens 10 Open-Source-Videoprojekte (vlmc, kdenlive, open shot video, cinelerra, cinelerra cv, lumiera, kino, lives, blender (NLE Funktionalität), CineFXm, Open Movie Editor, PiTiVi etc.). Keines dieser Programme ist auch nur im Ansatz ausgereift. Der Grund, zu wenig Programmierer in einem einzigen Projekt, Heavy User, Bug-Reporter etc. fehlen weil keiner mit der Software arbeitet. Alle Projekte werden von nur wenigen Programmierern voran getrieben. Ich habe den Eindruck, das die Leute mit den entsprechenden Fähigkeiten lieber ein eigenes kleines Projekt starten, welches sie nach einiger Zeit erschöpft abbrechen (auch weil sich keiner für ihr unfertiges Stück Software interessiert), anstatt sich mit anderen zu vernetzen, um gemeinsam an einem Stück Software zu arbeiten.
Was muss getan werden. Die Leute müssen sich vernetzen, eine Arbeits- und Organisationstruktur aufbauen und ein Geschäftsmodell entwickeln welches ihnen ermöglicht Geldmittel einzusammeln, um das eigene Projekt voranzutreiben. An der Menge der Leute die sich für Open-Source-Videoschnittsoftware Projekte interessieren happert es auf jeden Fall nicht. Auch fehlt es an einer klaren Vision für freie Videoschnittsoftwareprojekte, weil zu viele Leute mit zu wenig Ahnung bestimmen wie das Ding später mal aussehen soll.
Zusätzlich sind alle freien Softwareprojekte nicht mit anderen kommerziellen Hard- und Softwareherstellern gekoppelt. Das führt dazu das Marktinnovationen nur sehr verspätet bzw. überhaupt nicht in die freien Softwareprojekte einfließen…
Der häufigste Fehler ist, zu denken das freie Softwareprojekte, welche etwas komplexer sind, ganz ohne einen Organisationsapparat und Geld auskommen. Nicht jedeR kann es sich leisten auf Dauer an solchen Projekten, kostenlos mitzuarbeiten.
Wer das bisher im Kreativsoftwarebereich einigermaßen gut gelößt hat, ist die Blender Foundation mit ihrer 3D Software Blender. Blender bietet zwar auch Videoschnitt mit an, aber leider nur sehr rudimentär und nicht für den Dauervideoschnitteinsatz geeignet…
Mal schauen was die Zukunft bringt, aber nach all den Jahren bin ich eher skeptisch, was komplexe Softwareprojekte betrifft, welche aus einem Guss sein müssen und sich nicht aus verschiedener Teilsoftware zusammensetzen, wie etwa eine Linuxdistribution (welche nichtdestotrotz auch Probleme haben, aus ihrer Serverwelt auf die Desktopwelt der HeimandwenderInnen zu springen). Ein kleiner Hoffnungsschimmer scheint hier das vlmc Projekt zu sein, welches auf dem 80 millionenfach heruntergeladenen vlc player basiert. Jedoch bitte nicht zu früh freuen, seit einiger Zeit ist die Projektseite (vlmc.org) online nicht mehr erreichbar
Ja, das mit »zu viele Leute mit zu wenig Ahnung bestimmen wie das Ding später mal aussehen soll« ist sicher eins der Probleme; lustig: von den von Dir genannten Projekten bin ich bei der Suche vor ~6 Monaten nur über drei wirklich gestolpert mit meinem Suchwörtern: Cinelerra in verschiedenen Ausprägungen, LiVES (zu dem ich eine Haßliebe entwicklelt habe und es mittlerweile meide wie der Teufel das Weihwasser) und KINO (was beim ersten HD-Import aber die Segel strich und ich daraufhin dankend dankte). OpenShot kackte bei mir(!)¹ unter Ubuntu 9.04, installiert über die »Installer«-Packages auf der Website, gnadenlos ab: Playback crashte mit defunct-Prozessen bei der 2. Transition (egal, welchen Typ diese hatte), Export war unmöglich, da weder x264 noch Theora noch LAME angeblich installiert waren. Dumm nur, daß OpenShot ein x264 für 9.04 mitinstallierte (und es dann wohl nicht fand), bei Theora und LAME suchte OpenShot z. B. libtheora, 9.04 bot libtheora0 an, welche aktuell und installiert war … Installation via PPA unter 9.10 hingegen ergab ein funktionales System, bislang noch nicht mal ‘nen Absturz (aber andere, IMHO grobe, Coding-Schnitzer; mehr dazu demnächst im Blog).
Ich sehe das Hauptproblem bzgl. Linux & Video in den Codecs; vieles davon ist patentgeschützt, wer also ein kommerzielles Produkt draus machen will muß entweder den Vertrieb sicher auf Länder begrenzen, die keinen Patentunsinn á la USA unterstützen — oder aber Lizenzen kaufen/weitergeben/verwalten. Und das ist teuer, siehe Mozilla, HTML5 und die fehlende Untersützung für H.264 … Und aus meinen Experimenten mit HDTV und VDR weiß ich, wie viel “Spaß” es macht, mit ffmpeg zu arbeiten – es mag die eierlegende Codecwollmilchsau sein, aber pflegeleicht ist sie nicht …
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¹ Das muß nichts heißen, es gibt kaum eine Software, die sich nicht bei mir die Karten legt …
[...] anbei ein kurzes »Making of«, welcehs, nachdem @_refugee_ freundlicherweise auf OpenShot hingewiesen – einer (neuen) Videoschnitt-/-bearbeitungssoftware für Linux – hat, auch gleich mir [...]
[...] hatte), jetzt doch das Unboxing-Video meines PogoPlug V2; mit OpenShot – siehe auch ifranznation – war die Bearbeitung unter Ubuntu 9.10 zwar kein Zuckerschlecken, aber relativ schmerzfrei [...]
[...] [...]
[...] Ich mache die Nachbearbeitung solcher Spielchen ja nach wie von unter Linux – dank wiederum Christian Hinweis auf OpenShot vor zwei Wochen –, und das läuft alles andere als rund¹; verglichen mit dem [...]
[...] Sekunde besser investierte Zeit … Insofern möchte ich auch @_refugee_ nahelegen, beim angekündigten Test auf die unterschiedlichen Eingangsformate und deren Bearbeitbarkeit mit OpenShot ein Auge zu haben. [...]
[...] Sekunde besser investierte Zeit … Insofern möchte ich auch @_refugee_ nahelegen, beim angekündigten Test auf die unterschiedlichen Eingangsformate und deren Bearbeitbarkeit mit OpenShot ein Auge zu haben. [...]
[...] anbei ein kurzes »Making of«, welches, nachdem @_refugee_ freundlicherweise auf OpenShot hingewiesen – einer (neuen) Videoschnitt- bzw. -bearbeitungssoftware für Linux – hat, auch gleich [...]